Schaumburger Land

Vor rund vier Wochen fertigte ich ja bereits ein kleines Imagefilmchen für die Kreisgruppe der Siedlergemeinschaften im Deister-Süntel-Tal an. Seinerzeit musste ich mich aus Gründen des uns unter TYPO3 zugestandenen Uploadvolumens auf einen Ausschnitt aus dem abgefilmten Panorama beschränken. Einerseits fand ich das unbefriedigend und andererseits gefiel mir auch die frühere Panoramabearbeitung nicht wirklich. Ergo setzte ich mich nochmal daran.

Erdbeben, Vulkanausbruch, Tsunami, Tornado, Blitzschlag, Hagel, Überschwemmung, Meteoriteneinschlag – man kann sich gegen alle möglichen Naturkatastrophen versichern. Gegen eine aber nicht. Das sind Klempner im Haus. Klempner, die ‘ne Heizungsanlage einbauen und die auch uralte Heizkörper in drei Räumen austauschen sollen. Diese Naturkatastrophe versuchen meine Frau und ich gerade zu überleben. Gestern gegen 14:00 Uhr haben die Feierabend gemacht, uns im Kalten sitzen gelassen, und mussten, nachdem wir deswegen lautstark protestierten, gegen 16:00 Uhr nochmal anrücken, um die Heizung wenigstens provisorisch in Gang zu setzen. Dabei war durchaus absehbar, dass die das in zwei Tagen gar nicht schaffen können. Während also die Klempner das Haus verwüsten und in Trümmer legen musste ich mich dringend irgendwie ablenken, um nicht im Rahmen eines spontanen Amoklaufs ein Massaker zu veranstalten.

Manchmal, wenn ich mich so für rund zwei Stunden in den Deister abgeseilt habe und wieder zurück komme, dann bekommt meine bessere Hälfte sozusagen einen Anfall: “Wie siehst du denn aus?!?” Heute auch. Vormittags war es ja noch schön, also nichts wie raus und mal ein paar seltener begangene Wege benutzen. Also, ich meine, so im Berg – unter Tage. Also Einfahren in den Feggendorfer Stolln. Ist halt ein Bergwerk. Bergwerke sind nun einmal nicht klinisch sauber. Da latscht man dann schonmal durch Matsch oder Schlamm oder wischt versehentlich mit der Schulter ‘ne lehmige Wand ab. Das kann gar nicht ausbleiben. Hier und da wächst dann obendrein auch noch was Schleimig-Pilziges aus dem Fels raus. Die Höhlenspinnen (ganz in weiß bzw. leichenblass) sind allerdings so winzig, dass man schon ein Vergrößerungsglas braucht, um die zu erkennen.

(Alle Aufnahmen sind beim Draufklicken in groß in einem separaten Tab verfügbar.)

berwer1

Drei Wochen Fahrdienst liegen jetzt hinter mir. Zwei muss ich noch. Das schlaucht. Es waren auch drei Wochen, in denen ich nicht weiter rausgekommen bin. Entweder war ich zu kaputt oder das Wetter spielte nicht mit oder ich pflegte meine mittlerweile überstandene Lungenentzündung (die allerdings erst im Nachhinein und auf Druck von meiner besseren Hälfte diagnostiziert worden ist, weil ich ja nicht wegen jedem kleinen “Hüsterchen” zum Arzt renne und sich Bluthusten sowie Fieber schnell wieder gelegt haben). Allerhöchste Zeit, um mal wieder “im Busch” nach dem Rechten zu sehen. Vormittags, versteht sich. Denn der Nachmittag stand ja ganz im Zeichen des Rasens. Ich sag’s ja: Planieren, Beton drüber, ‘n paar Kübel grüne Farbe aus dem Baumarkt und Plastikblumen reinstecken. Das ist viel pflegeleichter! ;)

schaumi1

Ich habe mir gedacht, es ist wohl mal wieder an der Zeit für so eine Art von heimatkundlichem Beitrag. Was kann man über das Schaumburger Land schon groß sagen? Es gibt hier eine geologisch-mineralogische Besonderheit, nämlich die so genannten “Schaumburger Diamanten“, von Sammlern auch kurz und liebevoll “Schaumis” genannt. Mit echten Diamanten haben die Schaumis – chemisch betrachtet – allerdings nicht das Geringste zu tun, denn sie bestehen nicht aus Kohlenstoff, sondern stattdessen aus Quarz, SiO2, oder ganz trivial ausgedrückt, aus Sand. Und doch nehmen sie es hinsichtlich ihrer Klarheit und ihres “Feuers” nicht nur spielend mit jedem echten Diamanten auf, sondern stellen den u. U. sogar noch weit abgeschlagen in den Schatten.

imberg1
Himmelfahrt am Feggendorfer Stolln.

imberg2
Während der Führung.

Im vergangenen Jahr hatte ich ja mal so eine kleine Beitragsserie mit Ausflugszielen im Schaumburger Land gemacht. Zur Ergänzung will ich hier für Interessierte noch eine kleine und mehr oder weniger geografisch orientierte Übersicht, so quasi als “Inhaltsverzeichnis”, präsentieren. Selbstverständlich ist mir dabei völlig klar, dass alle diese Ausflugsziele nur eine subjektive und willkürliche Auswahl ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit sein können. Es fehlt viel: Der Klosterstollen in Barsinghausen, Schloss Marienburg, das Springer Jagdschloss, der “Kleine Deister“, der Moor- und Findlingsgarten Hagenburg, der Klippenturm Rinteln, der Doktorsee bei Rinteln, die Inselfestung Wilhelmstein, die Artenschutzstation Sachsenhagen, das Hubschraubermuseum Bückeburg, das Steinzeichen in Steinbergen, das Wilhelm-Busch-Museum in Wiedensahl, das Besucherbergwerk Kleinenbremen, der Potts Park in Minden, der Süntelturm nahe Bad Münder usw. Das diese Orte fehlen, stellt keinerlei Wertung dar. Ich habe von diesen Sehenswürdigkeiten bloß keine halbwegs aktuellen Fotos – das ist alles. Aber dennoch: Für Aktivurlauber, die sich abseits von eingetretenen All-Inclusive-Pfaden bewegen wollen und für Menschen, die natur- und fotobegeistert sind, lassen sich anhand der Ausflugsziele recht ausgefüllte Erholungstage planen. Aber die Ruhephasen dabei nicht vergessen, denn mit einem mördermäßigen Muskelkater wandert oder radelt es sich wirklich nicht gut!

Wetterwarnungen

News per RSS

Counterize

Seitenaufrufe: 1683140
Seitenaufrufe heute: 1590
Letzte 7 Tage: 17453
Besucher online: 1

Dezember 2018
M D M D F S S
« Okt    
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Social Media

free twitter buttons



Meine HP & Bücher