Schule

huebildung1

- Menschen, die eine Blindschleiche für eine Schlange halten.
- Tierparkbesucher, die versuchen, Eulen, bei denen es sich bekanntlich um Raubvögel handelt, mit Körnern zu füttern.
- Leute, denen der simple Dreisatz ein Buch mit sieben Siegeln ist.
- Personen, die ein Spurenelement wie bspw. Iod für gefährlich halten, wenn es nicht aus ökologisch-biologischer Quelle stammt.
- Mitbürger, die der Prozentrechnung nicht mächtig sind.
- Soziopathen, die glauben, aufgrund eines dicken Finanzpolsters ärmere Menschen wie Dreck behandeln zu können.
- Experten, denen simple Bruchrechnung fremd ist.
- Politiker, die meinen, man müsse die Menschen zu schlecht bezahlter Arbeit zwingen.

chemrad

Im Beitrag über die Kompetenzen scheine ich mich missverständlich ausgedrückt zu haben, als ich das Fachwissen über die Kompetenz, besagtes Fachwissen erwerben zu können, stellte. Das Wichtigste an der ganzen Sache ist nämlich das Denken in Zusammenhängen. Das aber ist m. E. ohne vorhandenes Fachwissen nicht machbar. Ich will einmal versuchen, das am Beispiel der Chemie darzustellen, und zwar gleich aus zwei Gründen: Weil ich selbst eine chemische Ausbildung genossen sowie über ein Vierteljahrhundert lang in dem Beruf gearbeitet habe und weil in meinem entfernteren Bekanntenkreis zwei angehende Chemieingenieure ihr Studium abbrachen, weil es ihnen zu schwierig wurde. Sie hatten die Komplexität der Materie schlichtweg unterschätzt. Von der Schule her weiß man: “Chemie ist, wenn es knallt und stinkt!” Leider verhält es nicht annähernd so einfach.

faio1

Mit Computern amüsiere ich mich ja nun schon seit ein paar Tagen – so um die 10.000 bis 15.000, um genau zu sein, also seit 1976. Früher mal als Programmierer, mal im Support, in der Datensicherheit, als Dozent, als Hacker, als Admin und heute vorwiegend als Anwender. Da macht man schonmal die eine oder andere IT-Erfahrung. U. a. um solche Erfahrungen soll es in diesem Beitrag gehen. Ich habe Leute kennengelernt, die einen Super-Duper-High-Tech-Protz-Angeber-Rechner ihr Eigen nannten und zu blöd waren, die “Eniki”-Taste zu finden. Ich bin Menschen begegnet, die aus Schrottrechnern wahre Wunderdinge gezaubert haben. Ich traf auf Personen, von denen ich niemals fundiertes IT-Wissen erwartet hätte, so bspw. der zehnjährige Bengel oder der 80jährige Rentner, die mir noch mit verbundenen Augen soviel vorgemacht haben, dass mir die Kinnlade runtergeklappt ist. Und ich bin der großen Masse begegnet, die wirklich 1A-perfekt mit ‘nem Rechner umgehen kann – sofern man eine Klickanleitung daneben legt.

wiverm

Wissen erlangt man durch das Lernen. Lernen aber bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen, also das Denken zu erlernen und eben nicht, einzelne Versatzstücke des Wissens wie aus einem Buch abrufen bzw. wie ein Papagei nachplappern zu können. Letzteres hat nämlich mit Wissen im Sinne von Denken nichts zu tun. Dafür aber sehr viel mit Indoktrination. Unser heutiges Bildungssystem fördert nicht das Lernen und Denken. Im Gegenteil: Es fördert die Indoktrination. Beispiele gefällig?

mmb

Mit unserem heutigen Schulsystem gehe ich nicht konform, wie bekannt sein dürfte. Das, was m. E. gerade so eben noch einigermaßen für die Einhaltung von Standards sorgt, ist der “Schul-TÜV”, also die Schulinspektion. Die soll jetzt in Niedersachsen soweit entschärft werden, dass man sie de facto abschafft. D. h. sie soll künftig nicht mehr verbindlich sein, sondern lediglich beratenden Charakter haben. Konsequent wäre es dann nur, wenn künftig auch TÜV, Verkehrspolizei, Lebensmittelkontrolleure, Gewerbeaufsicht, Steuerfahndung etc. gleichfalls einzig beratenden Charakter hätten. Doch zurück zur Schule. Ich habe kürzlich von einem (durchaus sehr glaubhaften) Fall aus der Bekanntschaft meiner Frau gehört, bei dem ich mir dachte: “Das kann doch nicht angehen!

schusys1

“Oft genug genügt Primitivität, um gegen Schlauheit gefeit zu sein.”
(Francois Duc de La Rochefoucauld)

Zitat Wikipedia: “Unter Nachhilfeunterricht oder kurz Nachhilfe versteht man die Unterstützung von Lernenden (z. B. Schülern oder Studenten), die Lernprobleme haben und/oder ihre Lernleistungen steigern wollen/sollen …  Im Verlaufe ihrer gesamten Schulzeit nehmen nach verschiedenen Schätzungen … 50% aller Schüler Nachhilfe. Die Tendenz ist seit Jahren steigend … Einer Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin zufolge geben 30% der Nachhilfe-Schüler pro Jahr 1300 Euro für professionelle Nachhilfe aus …” Ist schon ‘ne interessante Sache, wenn man sich einmal überlegt, was das eigentlich bedeutet. Es bedeutet nämlich ganz ungeschönt: Die Schule wird ihrem Bildungsauftrag höchstens noch in der Hälfte der Fälle gerecht (Tendenz fallend) und und Bildung muss man sich leisten können. Daraus folgt, dass mit unserem Bildungssystem etwas grundsätzlich oberfaul sein muss.

“Papa, alles was ich in der Schule gelernt habe, hast du mir beigebracht.”
(Meine Jüngste nach erfolgreich absolvierter Realschule und vor ihrer Ausbildung.)

“Die Schüler sind nicht hier um etwas zu lernen, sondern um beaufsichtigt zu werden.”
(Eine Schulleitung mir gegenüber, als ich noch die Foto AG in der IGS machte.)

“In der Schule habe ich Leute, die sich mir unterordnen müssen!”
(Eine Pädagogikstudentin, als wir zusammen am Fließband arbeiteten und sie sich etwas dazu verdiente.)