Tiere

Machen wir noch einen Moment mit dem Federvieh weiter: Möwen gelten neben Wasser, Wellen und Schiffen als das Sinnbild des Meeres schlechthin. Ich muss zugeben, dass ich zu den Mistviechern ein ziemlich gespanntes Verhältnis habe. Damals, als ich vor über vierzig Jahren noch auf der alten “Solea” in Richtung Orkneys gefahren bin, da “fütterten” wir die Mistviecher vom Heck des Schiffes aus mit Blei. Wenn man das heute macht, dann hat man gleich Legionen von Tierschützern am Hals. Aber seien wir mal ehrlich: Es sind und bleiben Mistviecher! Die schei… alles voll und scheuen sich auch nicht, einem das Essen mit waghalsigen Flugmanövern aus der Hand zu klauen, wobei sie arg blutende Verletzungen des Besitzers billigend in Kauf nehmen. Und wenn erstmal eine Möwe was erwischt hat, dann findet die wundersame Möwenvermehrung statt und urplötzlich wie aus dem Nichts kreist ein ganzer Schwarm dieser Geier über einem. Vermutlich vermehren sich die Biester im Moment der Nahrungszufuhr durch spontane Teilung! Es ist für die Kinder übrigens ein unterhaltsames Spiel, die zwischen den Badegästen am Strand umher streifenden Vögel mit Steinen abzuwerfen. Wer die Meisten trift hat gewonnen. Oder – die Spielvariante für Fortgeschrittene – es wird nach Möwenarten differenziert und unterschiedliche Arten ergeben beim Treffer auch unterschiedliche Punktzahlen. ;)

Der Alltag hat mich wieder – wo ist die Woche Urlaub geblieben? Vormittags fuhr ich mit meiner Gattin nach Stadthagen, trotz unseres aktuellen “Monsun light“: Wegen Überflutung gesperrte Straßen und daher Umleitungen; das Auto verursachte ‘ne Bugwelle und die Scheibenwischer kämpften den Kampf ihres Lebens. Momentan haben wir ja drei Rotwarnungen und eine Lilawarnung wegen extrem ergiebigen Dauerregens mit 120l/m². Es regnet ja auch erst seit Sonntag Abend. Vielleicht wäre ein Schlauchboot mit Außenborder angebrachter als ein Auto. Oder ein U-Boot als Alternative. Na ja, immerhin soll’s morgen Nachmittag aufhören. Warten wir’s mal ab. Im Gegensatz zu den Tropen ist das Wasser hier allerdings etwas frischer.

So rein wettermäßig haben wir ‘ne Vorwarnung vor ‘nem mittleren Weltuntergang. Ich meine in Bezug auf Gewitter. Erdbeben und Vulkanausbruch sind aber nicht angesagt worden. Mit anderen Worten: Die schwüle Hitze dominiert. Was man außerhalb des Kühlschranks liegen lässt, das überzieht sich in Rekordzeit mit so einem fellartigen Belag und sieht binnen kürzester Frist wie ‘ne Pelzmütze aus: Echtes Pelzmützenwetter! Entsprechend viel wandert zwangsläufig auch auf den Komposter draußen im Garten: Ein reichhaltig gedeckter Tisch für Görings Günstlinge und andere nächtliche Besucher. Als ich heute morgen in den Garten ging und die Bescherung sah, da wusste ich bereits, dass wir viel Besuch gehabt haben müssen. Die Wildkamera also abmontiert (sie geht jetzt an ihren Besitzer zurück) und vorher noch schnell die 43 Aufnahmen von der vergangenen Nacht rübergezogen. Bilanz allein von letzter Nacht: 1 große Krähe, 1 besonders fetter Igel, 1 Iltis, mindestens 2 verschiedene Marder und mindestens 3 verschiedene Waschbären! Hier ist mal eine kleine Auswahl davon. Neun Fotos: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

nimivi1
Ein niedliches Mistvieh.

Was empfinden wir als niedlich? Niedlich ist, wenn etwas in das so genannte “Kindchenschema” fällt. Das Kindchenscham ist bei Wikipedia wie folgt definiert: “Das Kindchenschema bezeichnet die bei Menschenkindern und bei Jungtieren vorkommenden kindlichen Proportionen, vor allem auch bestimmte Gesichtszüge, die als Schlüsselreiz wirken und so das Brutpflegeverhalten auslösen.” Kindliche Proportionen bedeutet in erster Linie einen im Vergleich zum Körper relativ großen Kopf, am besten noch gepaart mit großen, runden und unschuldig blickenden Kulleraugen.

nimivi2
Ungefähres Verbreitungsgebiet der Waschbären hierzulande, basierend auf den Abschüssen. Je roter, desto mehr Tiere pro Quadratkilometer.

hemima

Das Viech da auf dem Bild ist mir gestern im Moor über den Weg gelaufen. Das Tier war so grob geschätzt ungefähr zehn Zentimter lang, also verdammt groß für ‘ne Raupe. Jetzt helft mir mal: Was ist das? Ich habe nämlich keine Ahnung …

Gestern, nachmittags: Hitze! Trotzdem machte ich mich mal wieder auf den Weg ins Winzlarer Moor respektive zu den Meerbruchwiesen. Einfach mal raus! Hoffnungen hinsichtlich brauchbarer Fotos hegte ich keine, denn es war Wochenende, was viele Besucher bedeutete. Es waren nicht nur viele Besucher zugegen, sondern stattdessen Unmengen! Die Tageszeit passte auch nicht. Dennoch war ‘ne Menge an Federvieh da, vorzugsweise reichlich Graureiher. Was auch eigentlich nur logisch ist: Bei der Hitze speichert das Wasser wenig Sauerstoff und die Fische schnappen an der Oberfläche nach Luft. Für den Graureiher kommt das einem gedeckten Tisch gleich. Daneben gab’s aber auch noch andere Tiere. Adler und Gabelweihe habe ich zwar gesehen, aber nicht vernünftig auf’s Bild bekommen (verwackelt, bäääh…, aber was soll’s). Eine unerwartete Zufallsbegegnung war der Kiebitz – genau, der von der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. War schön da – bis die Mücken dann irgendwann doch zu aufdringlich geworden sind. Nach zwei Stunden und vier Stichen habe ich mich wieder vom Acker gemacht. Hier sind mal zehn Bilder vom Federvieh. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

wolfreal1

Bei uns sind, wie ich gestern aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, wieder einmal Wölfe gesichtet worden, und zwar sowohl im Deister wie auch im Süntel. An den Wölfen scheiden sich die Geister. Die einen rufen lauthals “Willkommen Wolf!“, während die anderen – möglicherweise Rotkäppchen-geschädigt – in ihm eine blutrünstige Bestie sehen, die es auf den Menschen abgesehen hat. Beiden Lagern kann ich nur sagen: “Bleibt doch mal auf dem Teppich, Leute und betrachtet die Sache realistisch!” Der Wolf ist weder das eine noch das andere. Vielmehr liegt er irgendwo dazwischen. Ja, der Wolf ist ein Raubtier. Wenn ich höre “Der Wolf hat ein Schaf gerissen!” dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Was soll er denn sonst tun, etwa Spargel stechen?

Counterize

Seitenaufrufe: 1086937
Seitenaufrufe heute: 628
Letzte 7 Tage: 4771
Besucher online: 2

Juli 2017
M D M D F S S
« Jun    
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Social Media

free twitter buttons



Meine HP & Bücher

Uhrzeit