Verkehr

dsalog

Denksportaufgaben sind mitunter recht anspruchsvoll. Manche Leute lösen Kreuzworträtsel. Andere spielen Sudoku. Ich habe mich für eine andere Form von Denksport entschieden. Ich mache nämlich Tourenplanung. Zweimal täglich. Das ist angewandte Logistik. Stellt euch mal folgende Situation vor: Ihr fahrt einen Kleinbus. Da passen max. neun Personen rein. In der Draufsicht also so ungefähr ein Rechteck, das in neun gleichgroße Felder aufgeteilt ist. Auf der Ecke ganz vorne links sitzt der Fahrer. Daneben, in der Mitte, befindet sich ein Notsitz mit nur recht wenig Beinfreiheit. Rechts außen könnte ein Beifahrer Platz nehmen. Hinter dieser ersten Reihe befinden sich noch zwei Sitzreihen für jeweils drei Personen. Der Einstieg erfolgt von der rechten Seite und nur in der ersten dieser beiden Sitzreihen (also in der Reihe hinter dem Fahrer) ist auch etwas mehr Platz bzw. Beinfreiheit. Nun gibt es einige Grundanforderungen:

gedanken

“Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.”
(Kaiser Wilhelm II)

Heute in der Frühschicht hatte ich mal wieder so eine unheimliche Begegnung der etwas merkwürdigen Art. Wenn man viel fährt, dann bekommt man auch viel mit – und wundert sich manchmal. Oft genug möchte man eigentlich bloß noch ins Lenkrad beißen. Mitunter langt’s aber auch nur noch für ein mitleidiges Kopfschütteln, weil einem glatt die Worte fehlen. Dann gehen einem im Führerhaus so Gedanken durch den Kopf. Hier sind mal fünfzig davon …

oldtimer

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Das hier ist ein sehr persönlicher Beitrag und mir ist durchaus bewusst, dass ich damit den einen oder anderen Widerspruch provoziere. Doch wie hat Salvador Dali es einmal so treffend ausgedrückt: “Wer Aufmerksamkeit erregen will, der muss provozieren!” Außerdem: Was mal gesagt werden muss, dass muss auch gesagt werden. Es geht um’s Fahren – um das berufliche Fahren. Es war 2001, als ich so richtig mit dem beruflichen Fahren angefangen habe. Ich hatte mir so einen Job weder ausgesucht noch in meinen Träumen angestrebt. Forschungsarbeit – chemisch-technische Forschungsarbeit – liegt mir sehr viel mehr. Aber man tut, was man tun muss. Um Geld zu verdienen tat ich das, was nötig war: Nämlich fahren! Hannover-Berlin, frühmorgens los, dort was arbeiten und am Nachmittag wieder zurück. Tagestour 900km. Frühmorgens ab Hannover nach Stuttgart, dort was arbeiten, anschließend bis spät nachts wieder zurück. Tagestour 1500km. Außendienst quer durch Deutschland.

GarminExpress

Das ich zu Navis ein leicht gestörtes Verhältnis habe dürfte ja allgemein bekannt sein. Navis taugen ohnehin immer nur dann halbwegs etwas, wenn man das darauf enthaltene Kartenmaterial regelmäßig – erfahrungsgemäß spätestens so alle Vierteljahre mal – aktualisiert. Die Hersteller von Navis werben damit, dass man sich dazu einfach nur kostenloses Kartenmaterial runterladen muss. Wenn es man nur so einfach wäre … Ich will das mal am Beispiel des bekannten “Garmin Express” zeigen, wie wenig einfach die Geschichte sich tatsächlich gestaltet.

Es sieht ganz einfach aus, aber … Jedenfalls hatte ich hinterher das Gefühl, mir käme das Adrenalin zu den Ohren raus und ich könnte einen Säbelzahntiger mit bloßen Händen erwürgen! Hat aber Spaß und auch nachdenklich gemacht. Mein Arbeitgeber hatte nämlich im Rahmen einer Weiterbildung alle Fahrer zur Fahrschule geschickt. Genauer: Zum “Fahrsicherheits-Training für Rettungskräfte” (so steht’s jedenfalls auf der Urkunde), Dauer des “Kompakttrainings” knapp sechs Stunden in einer Zwölfergruppe mit einem Funkgerät in jedem Auto zwecks Verständigung. Es waren viele Gruppen parallel unterwegs, also richtig Betrieb da auf dem Gelände. Zwei Autos standen für uns drei Kollegen von der gleichen Dienststelle zur Verfügung, nämlich ein Ford Transit und ein Renault Master, beides Kleintransporter, u. a. für Rollstühle. Der Ford mit und der Renault ohne EPS. Mit dem Renault bin ich besser zurecht gekommen – vielleicht, weil ich das Fahren mit alten Autos gewöhnt bin und es auf den Tod nicht ab kann, wenn ich auch noch eine gegen mich arbeitende Autoelektronik überzeugen muss. Manchmal bin ich eben altmodisch. Kung Fu Driving – das war die Gelegenheit, es einmal mit kalkulierbarem Risiko auszuprobieren.

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“Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.”
(Soweit die Theorie: §1 StVO)